Winter
Traube, Ruhe, Restentmilbung. Dezember bis Februar entscheiden über den Start, nicht über die Ernte.

Ein Verzeichnis der zwölf Monate: was im Volk geschieht, was am Stand ansteht und welche Tracht die Landschaft liefert. Dazu vier Leitfäden, die das Jahr quer lesen.
Das Bienenjahr ist kein Kalenderblatt mit drei Stichworten. Es ist die Überlagerung dreier Rhythmen: der Volksentwicklung, der imkerlichen Arbeit und des Trachtangebots. Sie greifen ineinander und verschieben sich mit der Lage — an der Nordseeküste anders als am Kaiserstuhl, im Wald anders als in der Stadt. Zwei bis vier Wochen Unterschied sind normal; die Reihenfolge bleibt.
Die Zahlen zur Volksstärke sind Richtwerte für ein gesundes Wirtschaftsvolk der Carnica in Mitteleuropa. Ein Ableger folgt derselben Kurve auf niedrigerem Niveau. Ein Volk, das im Mai nicht wächst, folgt ihr nicht — und braucht eine Diagnose, keinen weiteren Honigraum.
Dieses Verzeichnis legt zu jedem Monat dar, was im Stock passiert, welche Arbeiten sinnvoll sind und welche Pflanzen tragen. Die Leitfäden daneben erklären die Kurve selbst, die Schwarmzeit, das Wintervolk und das Trachtjahr. Das Balkendiagramm bleibt das Überblickswerkzeug; die Unterseiten sind der Text dazu.
Wer nur den Monat kennt, kennt die Biene nicht. Wer das Jahr kennt, kennt den nächsten Handgriff.
Volksstärke in tausend Bienen — Richtwerte, Carnica, Mitteleuropa
Traube, Ruhe, Restentmilbung. Dezember bis Februar entscheiden über den Start, nicht über die Ernte.
Aufbau, erste Durchsicht, Obst und Raps, Beginn der Schwarmzeit.
Höchststärke, Ernte, Trachtlücke, Varroa, Aufzucht der Winterbienen.
Einwinterung, Futterkranz, Efeu, enger Sitz.
WinterruheJanuar8Die Wintertraube sitzt still, der Stoffwechsel ist niedrig — und trotzdem beginnt um die Sonnenwende oft schon vorsichtig die Brut. Wer jetzt Ruhe hält, entscheidet mit über den Start im März.
Auswinterung beginntFebruar10Reinigungsflüge, erstes Pollenangebot, ein wachsendes Brutnest. Der Februar entscheidet, ob die Wintervorräte bis zur Obstblüte reichen.
AufbauMärz15Das Brutnest explodiert, die ersten Jungbienen tragen Pollen, der Imker macht die erste Durchsicht. Jetzt wird aus dem Wintervolk ein Wirtschaftsvolk — oder es bleibt schwach.
TrachtbeginnApril25Das Volk verdoppelt sich. Obstblüte, Löwenzahn und oft schon Raps füllen die Waben. Wer den Honigraum zu spät aufsetzt, züchtet Schwarmstimmung.
SchwarmzeitMai40Schwarmzeit. Das Volk ist teilungsbereit, Weiselzellen stehen, Raps und Robinie füllen die Zargen. Wöchentliche Kontrolle ist jetzt Terminarbeit, kein Hobby.
HochsaisonJuni50Höchste Volksstärke, oft die erste große Ernte. Linde, Himbeere und Weißklee tragen. Wer jetzt nur schleudert und nicht an Varroa denkt, bezahlt im Oktober.
WendeJuli45Die Tracht bricht in vielen Lagen ein, die Königin legt weniger, Varroa steigt. Nach der letzten Ernte beginnt die Behandlung — rechtzeitig für die Winterbienen.
WinterbienenAugust30Jetzt entstehen die Winterbienen. Auffüttern, Milben zählen, Wabenhygiene — was im August versäumt wird, fehlt im März.
EinwinterungSeptember22Das Volk setzt sich auf den Futterkranz. Wer jetzt die Menge prüft, Mäuse sperrt und ruhig hält, schließt die aktive Saison sauber ab.
SpätherbstOktober16Letzte Flüge bei Sonne, die Brut geht zu Ende, Efeu trägt aus. Der Stand wird still — und soll es bleiben.
WintersitzNovember12Die Traube schließt sich, der Stoffwechsel sinkt, Tracht gibt es nicht. Vorbereitung auf die brutfreie Restentmilbung — und echte Standruhe.
JahresendeDezember9Engste Traube, oft brutfrei, Kern bei etwa 25 °C. Restentmilbung, Wachs, Jahresplanung — und der leise Beginn der neuen Brut nach der Sonnenwende.Volksstärke, Richtwert in tausend Bienen
Leitfaden
Leitfaden
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LeitfadenAngaben für Magazinbetrieb, Apis mellifera carnica, Mitteleuropa. Witterung, Höhenlage und Tracht verschieben Termine. Behandlungsmittel nur zugelassen und nach Gebrauchsanweisung.