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Wintertraube
Leitfaden

Das Wintervolk

Traube, Winterbienen, Futterkranz, brutfreie Restentmilbung. Überwintern ist weniger ein Rezept als eine Folge richtiger Monate davor.

Ein Wintervolk ist kein Sommervolk in Pause. Es ist eine andere Organisationsform: weniger Tiere, andere Physiologie, eine Traube statt eines Brutkreises, Honig als Heizstoff. Wer Sommermaßstäbe anlegt — wöchentliche Durchsicht, offene Zargen, Flüssigfutter — zerstört genau das, was die Kälte überstehen soll.

Gute Überwinterung beginnt im Juli und August, nicht im November. Milbenarme Winterbienen, genug Futter im späteren Sitz, enger Bau, trockene Beute, Ruhe.

Winterruhe ist eine Leistung des Volks. Der Imker kann sie nur nicht verspielen.

Die Traube

Unter etwa 10 °C bilden die Bienen eine Traube. Innen rund 25 °C ohne Brut, gegen 35 °C mit Brut; außen nahe der Außentemperatur. Die Traube wandert über den Futterkranz. Honig, der im Winter neben der Traube steht, ist für sie oft unerreichbar.

Deshalb verengt man den Bau im Spätsommer und füttert so, dass die Vorräte dort liegen, wo das Volk sitzen wird. Drei halbleere Zargen sind eine Falle. Ein dichtes Volk auf angemessener Wabenzahl ist die Regel.

Futter und Feuchte

Richtwerte liegen je nach Beute und Lage bei etwa 15 bis 20 Kilogramm Winterfutter. Zu wenig ist tödlich. Zu viel verstellt Brutraum im März. Auffüttern gehört in den August und frühen September, nicht in den frostigen November.

Feuchte tötet schneller als Kälte. Kondenswasser, das auf die Traube tropft, kühlt und krank macht. Deckel, die atmen, Böden, die nicht saufen, Standplätze ohne Staunässe.

Varroa im Winter

Die brutfreie Phase ist der Moment, in dem Milben nicht in Zellen sitzen. Oxalsäure (träufeln oder verdampfen, zugelassen, dosiert) zielt darauf. Wer das Fenster verpasst, schleppt den Sommerbefall ins nächste Brutnest.

Die Winterbehandlung ersetzt die Sommerbehandlung nicht. Sie schließt sie ab. Völker mit verkrüppelten Flügeln im Dezember sind das Protokoll eines zu späten Sommers.

Quellen & BelegePhysiologie der WinterbieneÜberwinterung im Magazinbetrieb