
Februar im Bienenjahr
Reinigungsflüge, erstes Pollenangebot, ein wachsendes Brutnest. Der Februar entscheidet, ob die Wintervorräte bis zur Obstblüte reichen.
- Volksstärke
- ca. 10.000
- Brut
- wachsend
- Tracht
- Weide, Krokus
Der Februar ist der Monat der ersten Bewegung. Sobald die Luft auf 10 bis 12 °C steigt und die Sonne die Stirnwand wärmt, kommen die Bienen zum Reinigungsflug. Kotbläschen, die den Winter über gehalten wurden, werden entleert — oft in einem Schwung, der den Schnee vor dem Flugloch sprenkelt.
Im Stock wächst das Brutnest. Die Königin legt auf einer Handbreit Wabe, dann auf zwei. Jede verdeckelte Zelle braucht Wärme, und Wärme braucht Honig. Völker, die im Herbst knapp gefüttert wurden, kommen hier an die Grenze. Wer jetzt nur zuschaut, verliert im März das Volk, das im Januar noch lebte.
Pollen am Flugloch ist die erste Diagnose des Jahres.
Im Volk
Die Wintertraube lockert sich an sonnigen Tagen. Jungbienen aus der Januarbrut schlüpfen und übernehmen Pflege, während die alten Winterbienen weiter heizen. Das Verhältnis kippt langsam: weniger Reservisten, mehr aktive Ammen.
Totenfall nimmt zu — das ist normal, solange es sich um einzelne Bienen handelt und nicht um ganze Hände voll. Kotflecken am Flugloch und auf den Waben deuten auf Nosema oder eine zu feuchte, unruhige Überwinterung. Das Volk braucht dann Luft und Ruhe, keine experimentelle Durchsicht bei 6 °C.
Imkerliche Arbeit
Weiter das Gewicht prüfen. Ein Wirtschaftsvolk sollte im Februar noch spürbar schwer sein; wer unsicher ist, hebt an mehreren Tagen und vergleicht. Notfütterung mit Futterteig oben auf die Folie — nicht mit Flüssigfutter in der Kälte.
Böden können bei milder Lage gezogen und totfallfrei gemacht werden. Das ist Hygiene, keine Durchsicht. Die erste richtige Kontrolle wartet auf einen windstillen Tag über etwa 15 °C, oft erst im März. Wer im Februar die Zargen auseinanderreißt, kühlt das Brutnest aus.
Tracht und Pollen
Salweide und Kornelkirsche sind die wichtigen Pollenquellen, dazu Krokus, Winterling und Schneeglöckchen in der Siedlung. Pollenhöschen in Grau, Gelb und Orange am Flugloch sind das beste Zeichen, dass das Volk in Brut geht.
Ein Stand ohne Weide im Umkreis leidet im Februar und März an Eiweißmangel. Wer pflanzen kann, setzt Salweide — sie nützt Bienen mehr als jede Zierkirsche, die erst im April kommt.
Am Stand
- Vorrat durch Anheben prüfen, bei Bedarf Futterteig geben
- Totenfall am Boden entfernen, ohne das Brutnest zu kühlen
- Flugloch beobachten: Pollenhöschen, Kotflecken, Räuberei
- Wasserschalen am Stand nur bei Flugwetter, nicht in die Beute
- Keine Schwarm- oder Ablegerpläne umsetzen — zu früh
Tracht in diesem Monat
Salweide · Kornelkirsche · Krokus · Winterling


