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Varroa an der Honigbiene
Wende · Das Bienenjahr

Juli im Bienenjahr

Die Tracht bricht in vielen Lagen ein, die Königin legt weniger, Varroa steigt. Nach der letzten Ernte beginnt die Behandlung — rechtzeitig für die Winterbienen.

Volksstärke
ca. 45.000
Brut
rückläufig
Tracht
Lücke, Spättracht

Der Juli ist der Monat, in dem sich das Jahr dreht. Nach der Lindenblüte fällt das Nektarangebot in Acker- und Siedlungslagen oft steil ab. Das Volk sitzt noch stark da, findet aber weniger. Räuberei nimmt zu, das Brutnest schrumpft, die Milben nicht.

Wer jetzt die letzte Ernte nimmt und die Varroabehandlung auf August verschiebt, behandelt Winterbienen, die schon geschädigt sind. Der Satz aus der Gesundheitsrubrik gilt hier konkret: man behandelt nicht die Milben, man behandelt die Winterbienen.

Nach der Linde beginnt das Bienenjahr des nächsten Frühlings.

Im Volk

Die Königin drosselt die Eiablage. Das ist saisonal, kein Zeichen für Weiselunrichtigkeit — solange noch offene Brut da ist. Die Population bleibt hoch, weil Sommerbienen noch leben; der Nachwuchs nimmt ab. In der Trachtlücke fressen die Bienen am eigenen Honig, wenn der Imker alles geschleudert hat.

Varroa sitzt in der verdeckelten Brut. Eine hohe Volksstärke bei sinkender Brutfläche bedeutet: mehr Milben auf weniger Zellen, also ein steilerer Befall der verbleibenden Brut. Genau dort entstehen die Winterbienen.

Imkerliche Arbeit

Abschleudern der Spättracht, wo sie da ist (Phacelia, Sonnenblume, Honigtau). Danach Honigräume runter, Brutraum auf Wintermaß. Behandlung nach Konzept: Ameisensäure im richtigen Temperaturfenster, oder alternative zugelassene Mittel, plus biotechnische Verfahren.

Auffüttern nicht erst im September beginnen, wenn das Volk schon hungert. Nach der Ernte braucht es zeitnah Futter, sonst bricht die Brut weiter ein. Räuberei vermeiden: spätnachmittags füttern, enge Fluglöcher, keine offenen Waben am Stand.

Tracht und Pollen

Je nach Lage: letzte Linde, Phacelia als Zwischenfrucht, Sonnenblume, in Gärten Lavendel und Sommerblumen, im Wald Honigtau. Viele Stände haben schlicht eine Lücke. Dann zählt, was der Imker an Futter ersetzt — und ob in der Landschaft noch etwas blüht.

Pollenmischung bleibt wichtig für die Aufzucht der Winterbienen. Monotone Mais- oder Stoppellandschaft ohne Blühstreifen liefert Kalorienlücken und Eiweißlücken zugleich.

Am Stand

  • Letzte Ernte, dann Honigräume abnehmen
  • Varroabehandlung beginnen, Temperaturfenster beachten
  • Auffüttern zeitnah nach dem Schleudern
  • Fluglöcher verengen, Räuberei beobachten
  • Milbenkontrolle wiederholen, nicht nur einmal behandeln

Tracht in diesem Monat

Linde (ausklingend) · Phacelia · Sonnenblume · Honigtau

Quellen & BelegeBehandlungskonzepte gegen Varroa destructorMonitoring Bienengesundheit