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Aufzucht der Winterbienen
Winterbienen · Das Bienenjahr

August im Bienenjahr

Jetzt entstehen die Winterbienen. Auffüttern, Milben zählen, Wabenhygiene — was im August versäumt wird, fehlt im März.

Volksstärke
ca. 30.000
Brut
Winterbienen
Tracht
Heide, Springkraut

Die Biene, die im März den ersten Pollen trägt, wird im August geboren. Winterbienen leben sechs bis acht Monate; sie brauchen ein sauberes, milbenarmes Aufzuchtnest und genug Eiweiß in der Larvennahrung. Der August ist deshalb kein Nachsommer der Imkerei, sondern der Produktionsmonat für das nächste Volk.

Die sichtbare Volksstärke geht zurück. Das täuscht: es sterben Sommerbienen, es schlüpfen langlebige. Wer in dieser Phase behandelt, füttert und enge, gesunde Bruträume hält, überwintert. Wer den Monat als Urlaub von der Beute nimmt, zählt im Februar Tote.

Das Märzvolk sitzt im August noch in der Zelle.

Im Volk

Physiologisch unterscheiden sich Winterbienen von Sommerbienen: größerer Fettkörper, mehr Vitellogenin, anderes Aktivitätsmuster. Parasiten und Viren in der Aufzuchtphase zerstören genau diese Reserve. Flügeldeformationsvirus zeigt sich oft erst im Herbst — zu spät.

Das Volk zieht sich auf weniger Waben zusammen. Weiselrichtigkeit prüfen, aber nicht jede Woche den Bau zerlegen. Königinnen, die im August nicht mehr legen, sind verdächtig; umweiseln ist jetzt noch möglich, im Oktober nicht.

Imkerliche Arbeit

Auffüttern in Etappen: lieber mehrmals kleinere Gaben als einmal einen See, den die Bienen nicht umtragen. Ziel sind — je nach Beute und Lage — grob 15 bis 20 Kilogramm Winterfutter inkl. vorhandenem Honig. Wabenhygiene: alte Brutwaben raus, bevor sie in die Traube wandern.

Milben zählen. Behandlungserfolg kontrollieren, nicht unterstellen. Reizfütterung nur, wenn das Volk Brut zeigen soll und Tracht fehlt; sie ersetzt keine Varroastrategie. Heideimker haben eine eigene Tracht — und einen eigenen Schleuder- und Behandlungsrhythmus.

Tracht und Pollen

Besenheide in entsprechenden Lagen, Drüsiges Springkraut in Auen, früher Efeu, in Gärten Fetthenne und Sommeraster. Vielerorts ist der August trachtarm. Dann ist Futtergabe Landschaftsersatz, kein Komfort.

Pollen von Heide und Spätblühern stützt die Winterbienenaufzucht. Ein Volk ohne Pollen füttert Larven schlechter — unabhängig vom Zuckersirup im Futtertrog.

Am Stand

  • Winterfutter in Etappen geben, Menge dokumentieren
  • Milbenkontrolle nach der Sommerbehandlung
  • Alte Waben entnehmen, Brutraum auf Wintermaß
  • Königinnen auf Eilage prüfen, bei Bedarf umweiseln
  • Jungvölker nicht vergessen — sie hungern zuerst

Tracht in diesem Monat

Besenheide · Drüsiges Springkraut · Fetthenne · Efeu-Beginn

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