
November im Bienenjahr
Die Traube schließt sich, der Stoffwechsel sinkt, Tracht gibt es nicht. Vorbereitung auf die brutfreie Restentmilbung — und echte Standruhe.
- Volksstärke
- ca. 12.000
- Brut
- meist keine
- Tracht
- keine
Im November wird aus dem Volk eine Traube. Unter etwa 10 °C sitzen die Bienen fest, der Kern bleibt warm, der Rand kalt. Ausfliegen gibt es nur noch an Ausnahme-Tagen. Wer den Stand betritt, sollte einen Grund haben, der nicht Neugier heißt.
Viele Völker sind jetzt brutfrei oder nahezu brutfrei. Das ist das Fenster, auf das die Winterbehandlung zielt: Oxalsäure trifft Milben auf den Bienen, nicht unter der Verdeckelung. Wer zu früh träufelt, während noch Brut steht, behandelt unvollständig.
Der November gehört der Traube, nicht dem Terminkalender.
Im Volk
Der Stoffwechsel sinkt, der Futterverbrauch auch — solange niemand die Traube sprengt. Störungen durch Erschütterung, Specht, Maus oder Imker erhöhen den Verbrauch und können die Traube zerlegen. Danach finden sich Bienen nicht immer wieder.
Kondensation an kalten Wänden ist normal; nasse Waben über der Traube sind es nicht. Eine atmende Decke, kein luftdichter Plastiksee, der Tropfwasser nach unten schickt.
Imkerliche Arbeit
Restentmilbung vorbereiten: Mittel, Dosierung, Temperatur (nicht bei strengem Frost träufeln), Schutzausrüstung. Den brutfreien Zustand prüfen, ohne eine volle Durchsicht zu machen — Blick von oben, eine Wabe, warmer Tag.
Sonst: Inventur, Königinnenkartei, Bestellung von Mittelwänden, Planung welcher Stand im April Honigraum braucht. Der November ist Verwaltung des nächsten Jahres.
Tracht und Pollen
Keine Tracht. Hasel steht in den Knospen, blüht aber erst bei mildem Winterende. Was das Volk jetzt isst, hat es im August und September eingelagert.
Am Stand
- Standruhe einhalten
- Brutfreiheit für die Winterbehandlung prüfen
- Restentmilbung vorbereiten, nicht überhastet durchführen
- Deckel und Feuchtigkeit kontrollieren
- Keine Fütterung mit Flüssigfutter mehr

