
Hundert Pflanzen, ein Bienenjahr
Von der Salweide im März bis zur Efeublüte im Oktober: der Trachtkalender als Landkarte statt als Liste.
Als Trachtpflanze gilt jede Pflanze, die Bienen nennenswert Nektar, Pollen oder Honigtau liefert. Entscheidend ist nicht die Blüte an sich, sondern ob sie zum richtigen Zeitpunkt in erreichbarer Menge blüht.
Ein Bienenstand lebt von der Abfolge: Salweide und Hasel bringen den Pollen für das erste Brutnest, Obstblüte und Löwenzahn die erste Nektarwelle, Raps und Robinie den Ertrag, Linde den Sommerhonig, Efeu die letzte Auffütterungshilfe.
Die gefährlichste Stelle im Jahr ist die Lücke nach der Lindenblüte. Wo keine Spättracht steht, muss der Imker füttern — oder wandern.
Trachtwert je Hektar
Richtwerte in Kilogramm Honig je Hektar und Saison — stark standort- und witterungsabhängig.Nicht die Zahl der Blüten entscheidet, sondern ihr Termin.
Trachtwerte in Kilogramm Honig je Hektar sind Richtwerte und schwanken stark mit Boden, Wetter und Sorte. Sie taugen zum Vergleichen, nicht zum Rechnen.
Für Gärten gilt eine einfachere Regel: heimisch, ungefüllt, und über die Saison verteilt. Eine gefüllte Blüte ist für Bienen eine verschlossene Tür.


