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Die Physiologie der Honigbienen

Vibrationssinn und Gehör

Dass die Bienen feinste Schwingungen der Unterlage, Vibrationen wahrnehmen können, ist bei ihrem überwiegend dunklen Bienenstock gebundenen Leben nicht verwunderlich. Man kann die Empfindlichkeit ihrer Vibrationswahrnehmung leicht demonstrieren, wenn man mit feuchtem Finger über das Fenster eines Schaukastens streicht. Dann bleiben sofort alle Bienen für ein paar Augenblicke wie angewurzelt stehen. Bienen nehmen Töne als Vibrationsreize über den Untergrund wahr, über ihre Krallenglieder und einem Sinnesorgan in der Schiene ihrer Beine, das Subgenualorgan heißt.
Durch Feinanalyse der Bienentänze ist herausgefunden wurden, dass Bienen einen luftgetragenen Schall "hören" können, wenn auch nur auf kürzeste Distanz von wenigen Millimetern und Frequenzen von 100 bis 800 Hertz. Wahrgenommen wird nicht der Schalldruck, wie bei Menschen, sondern die Schallgeschwindigkeit, die Schwingung von Luftpartikeln, die in bestimmter Richtung von der Tänzerin über ihre Flügel abgeschickt werden. Für die Schallwahrnehmung scheinen Sinneshaare auf den Antennen eine Rolle zu spielen und wahrscheinlich ist auch das im Wendeglied der Fühler befindliche Johnstonsche Organ daran beteiligt.