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Bienen-Gesundheit

Massnahme: Abtöten

In Deutschland benutzt man zum Abtöten der Krankheiten auf den Waben Schwefel. Man schafft in der Beute durch Herausnehmen von Waben oder durch Aufsetzen einer leeren Zarge einen leeren Raum. Dahinein stellt man einen Blechbehälter als Abbrenntopf. Am Abend, wenn alle Bienen heimgekehrt sind, wird dann unter kurzem Öffnen der Beute der "Schwefelstreifen" entzündet. Das Flugloch muss geschlossen sein, und auch sonst sollte der Bienenkasten überall dicht schließen. Schwefelstreifen (-schnitten oder -fäden) erhält man in den Drogerien.

In der Regel sind die Bienen schon nach wenigen Sekunden tot. Wenn das Volk aber noch relativ stark ist, und wenn die auf den Kastenboden herunterfallenden Bienen sich aufhäufen, werden die ganz unten liegenden Tiere nur betäubt und erwachen später wieder. Daher ist es eventuell nötig, ein weiteres Mal zu schwefeln, um das Volk sicher und vollständig abzutöten.

Eine andere fachmännische Möglichkeit der Tötung von Bienenvölkern ist die mit Blausäuregas, wie sie in Nordamerika und Kanada bei der Paketbienenzucht in früheren Jahren angewandt wurde. Man verwendete dort Kalziumzyanid, eine farblose, feste Substanz, in Pulver- oder Flockenform. Davon schüttete man einen Teelöffel auf ein Stück Pappe und schob diese durch das Flugloch in den Bienenkasten. Flugloch und Ritzen in der Beute mussten dazu abgedichtet werden. Der Kohlensäuregehalt der feuchten Stockluft genügte, um die Blausäure (Zyanwasserstoff) freizusetzen, deren Dämpfe (Bittermandelgeruch) die Bienen schnell und komplett töteten. Nach Abziehen des Gases blieben so gut wie keine Spuren auf den Waben und Vorräten im Bienenkasten zurück, weshalb zumindest von der Rückstandsfrage her keine Bedenken gegen das Verfahren bestehen. Kalziumzyanid und die als Gas entstehende Blausäure sind für den Menschen außerordentlich giftig. Deshalb darf dieses Tötungsverfahren bei den Bienenvölkern in den Vereinigten Staaten heute auch nicht mehr überall und ohne weiteres angewandt werden. In Deutschland erhält man die gefährliche Chemikalie überhaupt nicht, zumindest nicht im offenen Handel. Es gibt aber ein niedriger prozentiges Präparat, das von der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung mnH (DEGESCH) in Frankfurt unter dem Namen Calcyan hergestellt und in gasdichten, wiederverschließbaren Verpackungseinheiten vertrieben wird. Calcyan gehört zu der Einstufung hochgiftiger Stoffe und unterliegt strengen Bestimmungen hinsichtlich Anwendung und Bezug, die von den Bundesländern unterschiedlich geregelt sein können. Weitere Informationen dazu erhält man bei der oben genannten Firma. Wichtig wäre das aber nur für Veterinäre und Berufsbienenzüchter.
Calcyan eignet sich auch wirkungsvoll zur Wachsmottenbekämpfung.
Die beim Abschwefeln oder Vergasen eines Bienenvolks anfallenden toten Bienen kann man verbrennen oder vergraben, was man auch mit den aus den Waben auszuschneidenden Brutteilen tun kann. Das übrige Wabenwerk führt man einer normalen Wachsverarbeitung zu.