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Bienengesundheit

Bienen- und Gemüllproben

Bestimmte Bienenkrankheiten lassen sich manchmal aus dem äußeren Erscheinungsbild der Krankheit nicht so einfach bestimmen. Daher muss man gegebenenfalls den Krankheitserreger selbst aufspüren. Sehr hilfreich ist dabei die Untersuchung des winterlichen Leichenfalles im Bienenvolk und des Gemülls.

Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass zu den fraglichen Bienenkrankheiten auch zwei staatlich reglementierte Bienenseuchen gehören (Varroatose und Acarapiose!) und hierfür der Staat auch die Diagnoseuntersuchung übernimmt. Er ist auf Grund der Bienenseuchengesetzgebung sogar unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt, die Untersuchung des Wintertotenfalls und des Gemülls amtlich anzuordnen. Diese Untersuchung sollte auch ohne Vorliegen eines akuten Krankheitsfalles zum festen Bestandteil der allgemeinen Gesundheitspflege sein. Diese Untersuchung auf anzeigepflichtige Krankheiten ist übrigens kostenlos.

Um Bienen- und Gemüllproben in einem für die Untersuchung brauchbaren Zustand zu bekommen, sollte man im Herbst, nach dem Auffüttern der Völker, eine Bodeneinlage in die Beuten einschieben. Die Bodeneinlage kann in einschlägigen Fachgeschäften fertig gekauft werden. Unebenheiten auf dem Bodenbrett, Wachs- und Kittharzerhebungen (Propolis), muss man vor dem Einlegen entfernen. Die Bodeneinlagen sind vor Wintereinbruch wieder zu entfernen.
Bei schwachen Bienenvölkern kann man anhand der Gemüllmenge und der Menge der toten Bienen Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand der Völker schließen.

Bienenproben: aus den Totenfall des Winters eines jeden Volkes werden 25-30 Bienen getrennt entnommen (z.B. in Zündholzschachteln). Achtung: die Bienenproben dürfen nicht schimmeln oder faulen. Dass die Schachteln beschriftet werden müssen ist selbstverständlich. Gemüllproben: die Untersuchung des Wintergemülls kann zum Nachweis der gefährlichen Brutmilbenkrankheit (Varroatose) der Bienen führen. Sie war früher für die Erteilung einer amtlichen Wandererlaubnis für die Bienen zwingend vorgeschrieben. Als mit der sechsten Verordnung zur Änderung der Bienenseuchen-Verordnung vom 6. Dezember 1988 die Anzeigepflicht für die Varroatose aufgehoben wurde, entfiel auch die Untersuchungspflicht. Zuerst muss man das Gemüll von den im Winter eingegangenen und heruntergefallenen Bienen trennen. Das geht am besten, wenn man die Bienen mit einem 4 mm weiten Drahtgitter (Pollensammelgitter!) vom Gemüll absiebt.

Aufschlussreicher als im Januar ist die Untersuchung des Gemülls Ende Februar oder Anfang März. Dann besteht allerdings die Gefahr, dass die Bienen während der ersten Reinigungsausflüge das Gemüll bereits selbst aus dem Stock hinausschaffen. Das lässt sich jedoch durch das Einlegen eines "Varroa-Gitters" verhindern.

Diese praktische Vorrichtung kann man sich leicht selber machen. Dazu bastelt man aus 5-10 mm starken Holzleisten einen viereckigen flachen Rahmen, der etwas kleiner als die innere Bodenfläche des Bienenkastens ist. Der Rahmen wird mit Nylongewebe von 3 mm Maschenweite bespannt und auf die Bodeneinlage gelegt. Es gibt aber auch schon fertige Varroa-Gitterrahmen aus Kunststoff zu kaufen. Sie bestehen aus einem Gitterteil, das sich über eine sehr flache Bodenpfanne stülpen lässt. Eine zusätzliche Bodeneinlage ist damit entbehrlich.

Der Einsatz des Varroa-Gitters im Winter hat unserer Meinung nach keine Wirkung. Die Trennung des Gemülls von den herunterfallenden toten Bienen ist meist recht unvollkommen, da die Bienen auf dem Gitter liegen bleiben und das Gemüll dann auf sie herunterfällt. Deshalb muss man in der Regel nachsieben. Wirksamer und aufschlussreicher ist die Verwendung des Varroa-Gitters bereits während des Sommers und noch mehr im Spätsommer und Herbst. Bei der Herbstreizfütterung und der nachfolgenden Winterauffütterung fallen besonders viele Milben von den Bienen ab. Die dunkelbraunen erwachsenen Tiere und die helleren Entwicklungsstadien sind im spärlichen "Sommergemüll" leicht zu erkennen, so dass durch regelmäßige Bodenkontrollen um diese Zeit eine besondere sichere Diagnose des Varroabefalls der Bienenvölker möglich ist. Streng genommen macht ein positiver Befund im Herbst die Untersuchung des Wintergemülls im Frühjahr überflüssig.

Zum Versenden des Gemülls: Beschriftung mit der jeweiligen Stocknummer. Der Probensendung ist ein formloser Untersuchungsantrag beizufügen, in dem Name und Anschrift des Imkers, sowie der für den Standort der Bienen zuständige Landkreis anzugeben sind. Bei der Veterinärbehörde oder bei den Imkervereinen kann man einen entsprechenden, vorgedruckten Untersuchungsantrag erhalten.
Versandanschriften: Für die amtliche Untersuchung kommen Veterinär-Untersuchungsämter, Landesuntersuchungsämter und andere dazu beauftragte Stellen in Frage. Im Übrigen kann der Imker die für ihn zuständige Stelle über die Veterinärbehörde seines Wohngebietes, den Seuchensachverständigen oder über den Imkerverein erfragen.