Bienen Schädlinge
Hautflügler (Hymenopteren)
Aus dieser Insektenordnung , zu der die Biene selbst gehört, sind hauptsächlich einige Vertreter der Wespen, Ameisen und der sogenannten Bienenameisen als Bienenfeinde zu betrachten.
- Faltenwespen (Vespiden)
Arg in Verruf stehen bei den Imkern die sozialen Wespen (Gattung Vespa).
Ihre größten Vertreter, die Hornissen (Vespa grabro),
stellen denn auch manchmal Bienen nach, um ihre fleischfressende Brut
damit zu versorgen. Einzelgänger unter ihnen sollen sich sogar auf
die Jagd von Bienen spezialisieren. Sie halten sich in der Nähe des
Bienenstandes auf und greifen die ankommenden Bienen im Flug. Man sollte
dennoch den Schaden durch die Hornissen nicht überschätzen.
Die Hornissen sind vom Aussterben bedroht. Faltenwespen, hingegen haben
es lediglich auf tote Bienen abgesehen, die sie auf dem Boden vor dem
Bienenstand finden. Im Herbst, wenn die starken Wespenkolonien einen großen
Nahrungsbedarf haben, können Wespen in schwächere Völker
eindringen und dort Honig stehlen. Der Imker sollte dann die Fluglöcher
einengen und schwache Völker auflösen.
- Bienenwolf (Philanthus triangulum F.)
Der zu den Grab- oder Sandwespen (Sphegiden) gehörende Bienenwolf
ist eine solitär (einzeln) lebende Wespe. Beim raschen Hinsehen könnte
man ihn mit einer sozialen Faltenwespe verwechseln, aber er ist schlanker
und hat einen charakteristischen dreizackigen gelben Fleck am Kopf. Dieser
mörderische Räuber, der seinen Namen alle Ehre macht, braucht
zur Ernährung seiner Nachkommen Bienenfleisch.
Abb. Links: Gemeine Wespe, Rechts: Bienenwolf
Das Weibchen des Bienenwolfs gräbt an dafür geeigneten Plätzen verzweigte Gänge mit geräumigen Endkammern in die Erde. Diese Brutkammern können je nach Bodenart bis zu 60 cm tief liegen. Dann fängt das Weibchen Bienen von Blüten, lähmt sie durch einen Stich, meist in die untere Brustpartie und trägt sie in ihr Höhlensystem.

Abb.Bienenwolf
In jede Brutkammer kommen im Durchschnitt 3-4 Bienen, die dicht nebeneinander
aufbewahrt werden. Die Wespe legt ein Ei auf die Brust einer Biene und
die ausschlüpfender Made ernährt sich von der Brustmuskulatur.
Dabei wechselt sie von einer Biene auf die andere. Die Überwinterung
erfolgt als Puppe. Erst im folgenden Sommer schlüpft das adulte Tier.
Der Bienenwolf drück den Leib einer erlegten Biene derart, dass diese
ein Honigtröpfchen abgibt, welches der Bienenwolf aufnimmt. Es ist
beobachtet worden, dass der Bienenwolf das Opfer derart quetscht, bis
Haemolymphe erscheint, welche ebenfalls aufgenommen wird. Derartige Bienen
werden nicht mehr als Brutnahrung verwendet. Lediglich das Weibchen folgt
diesem spezifischen Nahrungserwerb. Im Allgemeinen hält sich der
Schaden durch den Bienenwolf in Grenzen. Wenn jedoch der Bienenjäger
in manchen Gegenden massenweise auftritt, so kann er für einige Völker
existenzbedrohend werden. Zur Bekämpfung müssen die Nistzellen
zugeschüttet werden.
Der Bienenwolf ist nicht die einzige Grabwespe, die auf Bienen fängt.
Jedoch spielen andere Formen keine große Rolle als Bienenfeinde.
- Ameisen (Formiciden)
Die meisten Ameisen zählen zu den wichtigsten tierischen Nürtlingen.
Einige Imker sind der Auffassung, dass Waldameisen, wie etwas Formica
polyctena die Vermehrung der Honigtauerzeuger im Wald fördern,
indem sich sich um das Wohlergehen der Honigtauerzeuger (Blatt- und Rindenläuse)
kümmern. In der Regel kümmern sich die Ameisen nicht um die
Bienen. Bienenvölker können direkt neben großen Ameisenkolonien
stehen, ohne dass sie belästigt werden. Es gibt einige kleine Ameisenarten,
die friedlich mit Bienen in einem Kasten wohnen. Sie halten sich z.B.
über der Abdeckfolie unter dem Deckel auf und lagern auch hier ihre
Puppen. Sie nützen lediglich die natürliche Heizung des Bienenvolkes
aus, dringen aber nicht in das Bienenvolk ein.
Zusammenstösse zwischen Bienen und Ameisen sind aber nicht unmöglich.
Besonders die großen, hügelbauenden Formicaarten können
den Bienen gelegtlich gefährlich werden. Solange sie nur geschwächte
oder tote Bienen erbeuten sind sie harmlos. Es kommt vor, dass sie in
Bienenvölker eindringen und sowhl Honigvorrat, als auch Bienenbrut
rauben. Dies geschieht mit schwachen Völkern, deren Flugloch wenig
bewacht wird.
Die große heimische Art der Roßameisen (Camponotus spec.)
hat es weniger auf die Bienen und deren Vorräte abgesehen, als auf
das Material der Bienenwohnungen. Die Ameisen nisten sich besonders gerne
in doppelwandige Beuten ein und zerstören außer der Isolierung
auch das Holz. Normalerweise bewohnen sie morsche Baumstümpfe.
Gegenmaßnahmen? Gibt es kaum. Wer seine Beuten auf Böcke stellt,
kann die Posten mit Raupenleim bestreichen, oder die Fußenden in
Büchen mit Dieselöl stellen. Man kann Karbolineum und Nelkenöl
verstreuen, welches aber nur kurzzeitig hilft.
- Bienenameisen (Multilliden)
Die Bienenameisen , oft auch Spinnenameisen oder Ameisenwespen genannt
gehören stammesgeschichtlich mehr zu den Wespen als zu den Ameisen.
Sie kommen in mehreren Arten hauptsächlich in den südlichen
europäischen Ländern vor, werden aber gelegentlich auch bei
uns angetroffen. Die Bienenameisen haben sich ganz auf ein Parasitendasein
eingestellt. Als flügellose Weibchen hausen sie gewöhnlich in
Hummelnestern, aber sie dringen auch in Bienenvölker ein. Hier kann
eine einzelne Mutille ein regelrechtes Blutbad unter den Bienen anrichten.
Es sieht aber so aus, als ob sie es den Bienen genauso wie der Bienenwolf
tut, Honig oder Drüsensekrete aus dem Schlund herauspreßt.
Der Imker trifft die Spinnenameise inmitten einens Haufens toter Bienen
auf dem Bodenbrett an. Zur Fortpflanzung legt das Weibchen seine Eier
gewöhnlich an den Brutzellen ab, wo die schlüpfenden Schmarotzerlarven
sich von der Brut ernähren. Die Bienen scheinen gegen den Eindringling
machtlos zu sein. Da sich die Weibchen vornehmlich auf dem Erdboden aufhalten,
vermögen sie auch am leichtesten in ebenerdig aufgestellte Bienenvölkter
einzudringen. Die Gefahr durch die Multilliden ist in unseren Breiten
jedoch eher gering einzustufen, so dass sich der Imker über die Aufstellung
der Bienen keine sorgen machen braucht. Die geflügelten Männchen
sind harmlose Blütenbesucher.


